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Freitag, 19. Januar 2007, 19.00 Uhr
Künstlergespräch mit Dorothee von Windheim
im Ausstellungsraum des Kunstvereins– Eintritt für Mitglieder frei, Gäste 3.-€

Dorothee von Windheim ist seit den 70er Jahren durch ihre Untersuchungen und künstlerischen Auslotungen zum Thema des „Sancta Facies“, (Schweißtuch der Veronika) und des berühmten Turiner Grabtuches (Santa Sindone) bekannt geworden. Sie interessierte die künstlerische Dimension dieser „Abbilder“, die zum kollektiven Gedächtnis des Abendlandes gehören. Auf besondere, manche glauben sogar auf übernatürliche Weise, haben sich hier ein Gesicht und im Falle des Santa Sindone ein ganzer Körper als Bild in gewebten Stoff „eingebildet“. Ihre vielteilige Serie „Salve Sancta Facies“ nimmt diese mythische Tatsache insofern auf, als sie aus mehreren Gazestücken mit dem Antlitz Christi besteht, welche, aus alten Gemälden zitiert, sich hier fotochemisch, also mittels Belichtung (Liquid Light), in das Material eingeschrieben haben. Die in Köln lebende und in Kassel lehrende Dorothee von Windheim wird seither zu den „Spurensicherern“ in der Gegenwartskunst gerechnet. Dass es indessen nicht allein um faktische „Spuren“, oder Abdrücke, sondern auch um kultur- und geistesgeschichtliche Zusammenhänge, letztlich auch um die Frage „was ist ein Bild?“ geht, soll heute Abend im Rahmen der Ausstellung aber auch mithilfe von Lichtbildern dargestellt werden. Dorothee von Windheim steht allen Interessierten Rede und Antwort. Für Getränke wird gesorgt sein.


Samstag 10. Februar 2007
Tagesfahrt nach Eindhoven
Exkursion mit dem Bus, Kostenbeitrag

Gar nicht weit vom Ruhrgebiet, in unserem Nachbarland Niederlande, gibt es ein Museum, dessen Besuch (durchaus gemessen am internationalen Massstab) unbedingt lohnt. Das heutige Van Abbemuseum stellt eine gelungene Verbindung des Altbaus des Architekten Kropholler aus dem Jahr 1936 mit dem aufregend neuen Flügel von Abel Cahen dar, der 2003 mit großer Beachtung eröffnet worden ist. Das Museum zeigt traditionsgemäß internationale Weltkunst der Moderne und der Gegenwart. In seiner Sammlung befinden sich wirkliche Spitzenwerke von Picasso, Lissitzky, Mondrian, Delaunauy, Merz, Beuys, Weiner und vielen anderen. Und es gibt immer wieder neue Zusammenhänge und Positionen in Sonderausstellungen zu entdecken, wie zur Zeit bei Dan Perjovschi oder Lily van der Stokker. Auch das Vermittlungsangebot, die Vorträge, Führungen, der Museumsshop, und last not least das Museumscafe, in dem wir eine Pause einlegen werden, sind bemerkenswert. Geradezu ein Muss für die, die es noch nicht kennen und zugleich Gelegenheit zu einer kleinen Tagesreise. (Anmeldungen bei Frau Aderholz)


Ausstellung
Markus Sixay
Ohne Titel, 100.000 gefälschte 100$ Noten
 
noch bis 1. April 2007  
Markus Sixay hat den Boden des Ausstellungsraumes am Essener Kopstadtplatz komplett mit kopierten Hundertdollarnoten bedeckt. Die großzügig verteilten Geldscheine liegen dicht und flächendeckend, so dass nichts mehr vom grauen Galerieboden zu sehen ist. Eine derartige Auslegung von Geld ist in der Tat ungewöhnlich, vermutet man doch eher, dass Banknoten in solchen Mengen sorgfältig gebündelt und abgezählt in einem Tresor aufbewahrt werden. Auf den ersten Blick assoziiert man Begriffe wie „Geldspeicher“, denkt gar an den legendären Onkel Dagobert, der sein tägliches Geldbad in einer Unmenge von Talern und Scheinen zu nehmen pflegt(e) und muss angesichts dieser merkwürdigen Raumfüllung schmunzeln. Derart verstreut und über den Boden verteilt sind Banknoten weder zählbar, noch in ihrem gesamten Wert abschätzbar. Doch hat der Künstler hier (durch ein vorher entschiedenes Konzept) tatsächlich 100.000 Stück der amerikanischen Valuta zum Einsatz gebracht. Macht man sich die Mühe des Kopfrechnens, liegen hier im Grunde dem Betrachter nicht weniger als 10.000.000 $ (zehn Millionen Dollar) zu Füßen! Was könnte man mit dieser Summe nicht alles finanzieren! In der Tat: Wir zeigen nur, was uns fehlt! Und Kenner des Kunstvereins wissen genau, dass es nicht Ideen sind. Für jeden Besucher gibt es einen Goldenen Katalog gratis. Im Ernst, Sie müssen nur kommen und danach fragen!


Finissage
Markus Sixay – 10.000 gefälschte 100$-Noten
 
Sonntag, 1. April 2007, 18.00 Uhr
Im Ausstellungsraum am Kopstadtplatz
 
Die noch immer den Weltmarkt bestimmende und von daher überaus begehrte Währung eröffnet durch die Verlagerung in unseren Ausstellungsraum wie von selbst neue Bedeutungsfelder. Eine gewaltige Menge Geld, dessen (angenommen faktischer) Tauschwert unglaubliche Möglichkeiten eröffnen würde. Wie mit dem Jackpot eines Lotteriegewinnes wäre man beispielsweise in der Lage, alle finanziellen Probleme eines Kunstvereins auf einen Schlag zu lösen. Endlich ein Etat mit dem es sich ernsthaft und ganz im Sinne der Kunst auch an aufwändigsten Projekten arbeiten ließe! Wie viele Ausstellungen könnten damit finanziert werden, wie viele Kataloge gedruckt, was alles wäre möglich?! Doch es geht hier nicht um Spekulationen oder Träumereien, sondern um eine besondere Form von Konzeptkunst: Der Kunstverein Ruhr stellt endlich das massenhaft aus, was ihm am meisten fehlt! Deshalb wollen wir uns zum Ausklang dieser in mehrfachem Sinne bemerkenswerten Ausstellung treffen, gemeinsam feiern und es uns richtig gut gehen lassen! Für edle Getränke wird durch den Vorstand schon gesorgt sein, für delikate Crostini ebenso, für letztere werden wir wohl (auch wenn wir momentan im Geld schwimmen) den kleinen Obolus von 5.-€ berechnen. Achten Sie bitte auf die beiliegende Einladungskarte!


Mittwoch , 11. April, 20.00 Uhr
Werner Ruhnau 85
 
Ein Empfang - im Ausstellungsraum am Kopstadtplatz  
Heute vor 85 Jahren wurde ein weit über die Ruhrregion hinausragender Architekt und Künstler geboren, dessen Wirken Maßstäbe gesetzt hat und bis heute internationale Beachtung findet. Seine phänomenale Zusammenarbeit mit Yves Klein beim Bau des Gelsenkirchener Musiktheaters, seine verwirklichten Theaterkonzepte in Münster , Gelsenkirchen, Frankfurt, Essen (Grillo-Theater), seine Spielstrasse zu den Olympischen Spielen in München 1972, seine Ideen zum Spiel, zur Theorie und Praxis des Zusammenwirkens von Zufall und Regel, sollen hier stellvertretend für sein Lebenswerk Erwähnung finden. Seine schon früh gepflegten engen Freundschaften mit später international anerkannten Künstlern führten nicht selten zur aktiven Zusammenarbeit. Es ging und geht ihm darum, Architektur, Kunst und Leben nicht als verschiedene, einander aufaddierbare Elemente zu begreifen, sondern als wirksame Einheit. Man kann allen Ernstes sagen, dass in diesem Mann die avantgardistische Idee einer Verschmelzung von Kunst und Leben ungebrochen weiterlebt. Und nicht zuletzt ist er nach wie vor aktives Mitglied des Kunstverein Ruhr!!! Wir wollen mit ihm gemeinsam feiern, das Ganze durchaus mit einem gewissen Augenzwinkern in unserem ganz in Weiß gehaltenen Ausstellungsraum inszenieren und „zelebrieren“. Für Getränke wird ebenso gesorgt sein, wie für ein kleines Andenken für jeden, der da kommt. „Ferner Ruhnau tankt in Plau“. Achten Sie auf die besondere Einladungskarte, welche Sie in den nächsten Tagen erreicht.


Ein Tipp zwischendurch:

Am Samstag, den 14. April um 18.00 Uhr wird im Gelsenkirchener Musiktheater aus gegebenem Anlass die Ausstellung “Werner Ruhnau- der Raum- das Spiel- die Künste“ eröffnet. Es kommen mit Sicherheit eine Menge Menschen aus Politik und Kultur. Der Weg in die Nachbarstadt lohnt sich unbedingt! Vielleicht wird dort auch für Getränke gesorgt sein!
Adresse: Musiktheater im Revier, Kennedyplatz, 45771 Gelsenkirchen.


ART COLOGNE
Ein Rundgang (Anmeldungen bei Frau Aderholz)
Samstag, 21. April, ab 12.00 Uhr

Die Art Cologne findet in diesem Jahr zum 41. Mal statt und ist mit Rücksicht auf die anderen Kunstmessen und Ereignisse des Jahres schon ins Frühjahr (!) verlegt worden. Es geht wieder um international renommierte Galerien, welche uns einen Überblick über das Kunstgeschehen des 20. und 21. Jahrhunderts geben – von der Klassischen Moderne bis zu aktuellsten Kunstproduktionen. Integriert ist der „Open Space“, ein kuratierter Verkaufsausstellungsbereich für zeitgenössische Kunst. Das Programm „New Talents fördert junge Künstler. Als „Best of the Best“ wählt eine Jury einen der Teilnehmer aus, der den Art Cologne-Preis für junge Kunst erhält. Das Programm „New Contemporaries“ fördert explizit junge Galerien, denen eine Teilnahme an der Art Cologne ermöglicht wird. Zudem werden bei den „Hidden Treasures“ alljährlich bis zu fünf Künstler ab einem Alter von 40 Jahren vorgestellt. Diese „verborgenen Schätze“ haben ihren Platz auf dem Kunstmarkt noch nicht stabilisiert, obwohl ihr Werk kunsthistorisch abgesichert und relevant ist: Also gute Kunst für einen relativ kleinen Preis. Fassen wir zusammen: „New Talents“, „New Contemporaries“, „Best of Best“, „Hidden Treasures“ – lassen Sie uns auf unserem jährlichen Rundgang erfahren, was diese klinge(l)nden Anglizismen von Gerard Goodrow (USA) zu versprechen und zu halten in der Lage sind. Oder wie die Amerikaner bescheiden zu sagen pflegen: Let’s go for it!


Ausstellung
Richard Long: Coal Ring
ab 24. April 2007 am Kopstadtplatz

Der international bekannte, in Bristol lebende Künstler wird gern als Vertreter der Land Art angesehen. Doch diese schlichte Zuordnung geht darüber hinweg, dass er seine Wanderungen, sein Unterwegssein in allen Teilen der Welt zur eigentlichen Kunstform gemacht hat. Durch eine Landschaft zu gehen ist für Long gleichbedeutend mit einem von dieser Landschaft Durchgangen-Werden, einer mentalen Reise. Unterwegs entstehen Zeichen aus Steinen, Holz oder eben den Materialien, die er vorfindet. Alle diese temporären Kreise und Linien sind handgemacht und allein mit Einsatz von Körperkraft entstanden. Nachdem Long sie fotografiert hat, werden sie in der Regel entfernt oder der Natur überlassen. Doch auch in Museen und Galerien findet man seine Skulpturen aus Steinen, Felsen, Treibholz, oder anderen meist unbearbeiteten Materialien. Wir zeigen einen 3 Meter durchmessenden Ring aus Steinkohle (!), welcher einerseits den ansonsten leeren Raum in besonderer Weise akzentuiert und füllt, andererseits aber auch einen regionalen Bezug herstellt, der (wie es eben nur wahre Kunst kann) weit über die Region hinauszuweisen vermag. Achten Sie auf die besondere Einladungskarte. Dank an Dorothee Fischer, Düsseldorf.


Noch ein Tipp zwischendurch:

Am Donnerstag, den 26. April, findet im Dortmunder Museum am Ostwall um 18.30 Uhr,
ein Künstlergespräch mit Dorothee von Windheim statt. Es ist für uns Mitglieder des Kunstvereins eigentlich das Gespräch, das bei uns am 19. 1. 2007 stattfinden sollte, aber wegen des Sturmes Cyril ausgefallen musste. Die gesprächsbereite Dorothee von Windheim, Kurt Wettengl und Peter Friese freuen sich auf möglichst viele angereiste Mitglieder des Kunstverein Ruhr (Dortmund ist z.B. mit der S-Bahn schnell und günstig erreichbar). Haben Sie übrigens gemerkt, dass die WAZ im Kulturteil über die Dortmunder Ausstellung der Dorothee von Windheim richtig sorgfältig berichtet hat, über Ihre ebenso gelungene Essener Ausstellung in Kunstverein Ruhr aber überhaupt nicht?


Ausstellung
Gudrun Kemsa
Choreographien
5. August bis 11. September 2007
Die den ganzen Raum bestimmenden Bilder der Düsseldorfer Foto- und Videokünstlerin widmen sich dem alten Thema Bewegung und Zeit auf vollkommen neue Weise. Es geht augenfällig um die Bewegungen von zufällig die oberste Stufe einer breiten Treppe passierenden Menschen. Es geht aber auch um die Wahrnehmung dieses Bildfrieses durch den Betrachter im Sinne eines dynamischen Prozesses und einer permanenten Abfolge von Sinneseindrücken. Im Grunde genommen sieht man so etwas in einer Großstadt ständig, also auch am Kopstadtplatz: Menschen bewegen sich mit jeweils unterschiedlichen Zielen; ihre Wegen kreuzen sich, doch kann man nicht wirklich von „Begegnungen“ sprechen, denn sie laufen aneinander vorbei. Die bereits in der Großstadterfahrung des 19. Jahrhunderts gründende Vorstellung des Flanierens, eines Unterwegsseins um seiner selbst willen, findet hier augenfällig eine Entsprechung. Dass diese Aufnahmen in La Defense in Paris entstanden sind, ist zwar für ihr Zustandekommen, jedoch nicht für ihre Betrachtung relevant. Es handelt sich um eine nachträgliche Inszenierung aus mehreren Bildern, welche hier zu einem vom Schaufenster her einsehbaren monumentalen Bildfries angewachsen sind. En passant wird die Begegnung der zufälligen Flaneure am Kopstadtplatz mit denjenigen in den Bildern bis in die Abendstunden zu einer Begegnung mit sich selbst. Achten Sie auf die besondere Einladung zum Vortrag der Künstlerin.

Skulptur Projekte Münster, eine Tagesreise
Samstag, 8. September 2007
Parallel zur documenta 12 in Kassel finden im Sommer 2007 zum vierten Mal die Skulptur Projekte Münster statt. Diese internationale Großausstellung lädt seit 1977 im zehnjährigen Rhythmus Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt ein, ihre Werke in der Stadt entstehen zu lassen. Münster ist so zu einer internationalen Referenzadresse für zeitgenössische Kunst im öffentlichen Außenraum geworden. Das Kuratorenteam aus Kasper König, Brigitte Franzen Carina Plath hat 33 Künstlerinnen und Künstler eingeladen, sich an der Ausstellung zu beteiligen. Dazu gehören auch Bruce Nauman, mit der begehbaren in den Boden eingelassenen Negativform einer Pyramide, Hans Peter Feldmann mit einer exquisiten, perfekt geführten und vor allem sauberen Toilettenanlage unter dem Prinzipalmarkt (!), Isa Gensken sich allmählich auflösende Assemblagen aus Stühlen, Puppen, Schirmen und Krimskrams und manch andere unsere Fantasie und unser Kunstverständnis herausfordernde Arbeiten im öffentlichen Raum. Erneut werden also in Münster auf besondere Weise die möglichen Wechselwirkungen von Kunst, Stadt und Öffentlichkeit untersucht. Die Arbeiten wurden hauptsächlich in Münster angefertigt und nach und nach aufgestellt: Die Stadt nimmt auf diese Weise seit 30 Jahren die Kunst auf und verändert so Schritt für Schritt ihr Erscheinungsbild. (Anreise mit der Bahn, Anmeldungen bei Frau Aderholz)

Moving Images – bewegte/bewegende Bilder
Ein Vortrag von Gudrun Kemsa
Dienstag, 11. September 2007, 19.30 Uhr
Im Rahmen der laufenden Ausstellung treffen wir uns mit der in Krefeld unterrichtenden Künstlerin, um mehr über ihren umfassenden Arbeitsansatz zu erfahren. In ihren Foto- und Videoarbeiten untersucht Gudrun Kemsa die Wechselwirkung zwischen scheinbar objektiv vorgegebener Architektur und einer sie umgebenden Umwelt und den hier lebenden Menschen. Sie setzt Farbfilter und längere Belichtungszeiten ein, ja sie bewegt bisweilen ihre Kamera im Moment der Aufnahme, um einer im Bild zu veranschaulichten Bewegung gerecht zu werden. Das führt in manchen ihrer Arbeiten zu einem Verfließen der Konturlinien, zu Übergängen innerhalb der Farben und Formen und letztlich zu einem beinahe „malerisch“ zu nennenden Aspekt. Ähnliches gilt auch für die Videoarbeiten, welche heute Abend ebenfalls präsentiert werden. Es soll eine Mischung aus Vortrag, Videopräsentation und offenem Gespräch werden, in dem Gudrun Kemsa ihre Ideen von Bild, Bewegung, Zeit und Raum zur Anschauung und zur Sprache bringen wird. Eintritt frei für Anschauungsmaterial, Gesprächsstoff und Getränke wird auf jeden Fall gesorgt sein.

Ausstellung
Fontaine de Chocolat – Readymade von VA Wölfl
7. Oktober bis 31. November 2007
Vernissage Sonntag, 7. Oktober 2007, 12.00 Uhr

Der in Essen Kettwig lebende Künstler verwandelt den Ausstellungsraum in eine einzigartige Schokoladenkammer! Durch einen radikalen architektonischen Eingriff entsteht ein „Raum im Raum“, welcher von außen wie eine minimalistische Großskulptur anmutet. Doch ein schon beim Näher kommen deutlich wahrnehmbarer Duft verrät, dass sich etwas ganz Besonderes im Innern dieser äußerlich weißen Kammer befindet: Die Innenwände sind ganz mit Schokolade verspachtelt und mittendrin steht eine große Vitrine, in welcher ein eigenartiges skulpturales Gebilde zu sehen ist. Auf einem an einen großen Topf erinnernden Sockel aus Edelstahl bewegt sich permanent eine dreigestufte Fontäne aus warmer Schokolade. Man muss schon genau hinschauen, um die weichen Kaskaden der duftenden braunen Masse in ihrer ständigen Bewegung wahrzunehmen. Doch nicht nur das: Wer möchte, darf einen kleinen Löffel in den warmen Strom halten und etwas von dieser wirklich exquisiten Köstlichkeit probieren. Ein wörtlich zu nehmender „Kunstgenuss“, welcher wie von selbst zu einem quasi rituellen Verhalten vor dem Objekt, zu einer Beteiligung der Besucher und zu einem ästhetischen Raisonnement führt. Letztlich lassen sich hier auf übertragene Weise Wölfls Bezüge zur Performance, zum Tanz, zum Werk von Marcel Duchamp und demjenigen des Joseph Beuys entdecken. Zur Ausstellung erscheint ein kleiner schokoladenbrauner Katalog mit Fotos von Werner Hannappel und einem deutsch/englischen Text von Peter Friese. Achten Sie auf die besondere Einladung - und auf den Bezug zur Veranstaltung von NEUER TANZ.


VA Wölfl NEUER TANZ
»12« / »...IM LINKEN RÜCKSPIEGEL AUF DEM PARKPLATZ VON WOOLWORTH« / »MITTELALTER EDITION«
Ein Auftragswerk für die Ruhrtriennale am 11., 12. und 13. Oktober 2007

Der neue Abend mit Chor(e)ographien von VA Wölfl und seinen Mitarbeitern wird als Triografie apostrophiert - keineswegs nur ein Wortspiel, sondern eine ineinander verschlungene Inszenierung aus Bildern, Musik und Bewegung. Wölfl balanciert virtuos, bisweilen bei greller Überbeleuchtung des Raumes eine Vielzahl von Zitaten aus dem Alltag aber auch aus der Kunstgeschichte, welche auf einmal sinnhaft und im neuen Kontext auch äußerst sinnvoll erscheinen. So entstehen immer wieder sich aufs Neue überlagernde Sinnabschnitte, konsequente Sequenzen und Interferenzen. Es entsteht eine nicht nur getanzte Textur, ein dichtes Szenario des Wiedererkennens. Es geht aber auch um ein erweitertes Verständnis von Rhythmus, um eindringliche Wiederholungen von Bildern, Klängen, Bewegungsabläufen, aber auch um deren empfindliche Störungen. Im neuen Stück finden das Programm des Soldatensenders BFBS, life vorgetragene Popmusik, lakonische Kriegsberichterstattung und ein gewisser Dietrich Fischer-Disco mit seinem Vortrag eines Schubertliedes zusammen. Auf unvergleichliche Weise entstehen neue Freiräume des Verstehens und Empfindens, die bislang weder als kunst- noch als tanzspezifisch angesehen werden konnten. In der Tat schafft NEUER TANZ die anderswo nicht erfahrbare, zum Teil noch nicht einmal denkbare Präsenz einer Kunst der Bewegung und des Raumes, aber auch des Denkens, Erinnerns, Bewusstwerdens und Empfindens, welche viel mit unserer Gegenwart, mit unseren Beziehungen, Wünschen, bisweilen auch Ängsten zu tun hat. Wir haben ein Kontingent von etwa 30 Karten für unsere Mitglieder reserviert. Melden Sie sich bei Frau Aderholz!


3 Tage auf der Biennale in Venedig (3 Übernachtungen)
Donnerstag, 18./ Freitag, 19./ Samstag, 20./ Sonntag 21. Oktober

Die von Robert Storr (USA) kuratierte Biennale Venedig steht 2007 unter dem Titel "Think with the Senses - Feel with the Mind. Art in the Present Tense" (Denke mit den Sinnen - Fühle mit dem Verstand. Kunst im Präsens). Im Arsenale und im italienischen Pavillon in den Giardini sind Arbeiten von etwa 100 Künstlerinnen, Künstlern zu sehen, darunter eigens für diesen Anlass geschaffene, ortsspezifische Installationen. Die Ausstellung zeitgenössischer afrikanischer Kunst und den türkischen Pavillon, beide ebenfalls im Arsenale, betrachtet Storr als integralen Teil seines künstlerischen Gesamtprojekts. Die Zahl der nationalen und regionalen Präsentationen ist in diesem Jahr auf 77 angewachsen und damit so hoch wie nie zuvor. Daneben gibt es in der ganzen Stadt wieder eine kaum zu überschauende Fülle an parallelen Kunstprojekten. Natürlich widmen wir unser Interesse dem deutschen Pavillon mit dem aktuellen Beitrag von Isa Genzken, sehen aber auch wieder viel vom historischen Venedig, also auch „alte“ venezianische Kunst und Architektur, gehen mehrfach richtig gut essen und füllen diese 3 1/4 Tage bis zum Rand aus. (Flugreise schon Donnerstagabend, Schiffstransfer, Hotel, Eintritte, Führung, Anmeldung bei Frau Aderholz)


Werkstattgespräch mit VA Wölfl
Freitag, 23. November 2007, 19.30 Uhr
Wir treffen uns mit dem Künstler und mit den Initiatoren des Projektes „Essens kreative Klasse“ in der laufenden Ausstellung. Nicht nur, um erneut an der Fontaine de Chocolat zu kosten, sondern vor allem, um uns mit VA Wölfl über seine im positiven Sinne merk-würdige Verknüpfung von Bildender Kunst und Tanz zu unterhalten, über seine Beziehungen zum Oeuvre von Marcel Duchamp, sein Verständnis von gutem und schlechtem Geschmack, über den Zufall, über Performance, Malerei, Fotografie, über Licht und Dunkelheit, über das Nicht-Verstehen und nicht zuletzt über den Tod, das Undarstellbarste überhaupt… Sie dürfen gespannt sein! Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit „Essens kreative Klasse“ statt, einer Initiative der Entwicklungsgesellschaft Zollverein, die durch Begegnungen, Gespräche, Vernetzungen auf diejenigen Institute, Initiativen und Personen aufmerksam machen möchte, die im weitesten Sinne in unserer Stadt „kreativ“ arbeiten. Parallel dazu / kurz davor / kurz danach findet in den Nachbarräumen des Forums eine Modenschau statt. Und damit es ein in mehrfachem Sinne sinnlicher und anregender Abend wird, wird nicht nur für exquisiten Schokoladengenuss, sondern auch für weißen und roten Wein und manche Überraschung gesorgt sein. Der Eintritt ist frei.

Tagesfahrt zum Arp Museum Bahnhof Rolandseck
Ein neuer Museumskomplex lädt ein
Samstag, 24. November 2007
Bahnhof, Bergwerk, Burg - das sind die drei großen "B" des Gesamtkomplexes eines höchst beachtenswerten Museums, das am 28. September 2007 eröffnet worden ist. Neben dem alten Bahnhof Rolandseck gibt es jetzt auch einen neuen Museumstrakt, der von keinem geringeren erbaut wurde als Richard Meyer. (Sein Haus für die Sammlung Burda in Baden-Baden haben wir von einiger Zeit besucht). Das einzige "Museum mit Gleisanschluss" liegt in besonders exponierter Lage am Rhein mit Blick auf die unvergleichlich schöne Silhouette des Siebengebirges. Es widmet sich sowohl in umfassender Weise dem Werk und dem Nachlass von Hans (Jean) Arp und seiner Frau Sophie Täuber–Arp, als auch der Kunst anderer Zeitgenossen. Thomas Huber hat für das Museum eine Bibliothek eingerichtet. Momentan sehen wir zusätzlich zu Hans Arps „Die Natur der Dinge“ eine von Klaus Gallwitz kuratierte Ausstellung mit Werken von Anselm Kiefer, Johannes Brus, Y. Fehling/J. Peiz und Barbara Trautmann. Bei gutem Wetter sehen wir auch etwas von der Umgebung und werden einen ganzen Tag diesem sehenswerten Ziel widmen. Leistungen: Fahrt mit dem Zug, Führung durch Herrn Friese. Kosten: 45,- € pro Person inklusive Eintritt.

Vorstellung der Jahresgaben
Freitag, 30. November, 18.00 bis 22.00 Uhr im Forum Kunst & Architektur

Wieder präsentieren der Kunstring Folkwang und der Kunstverein Ruhr ihre Jahresgaben und Editionen gemeinsam. Wegen des Neubaus des Museum Folkwang findet die Vorstellung und damitr auch die Hängung der Werke an drei Tagen hintereinander in den Räumen des Forums Kunst & Architektur am Kopstadtplatz statt. Der Kunstverein Ruhr wird neben seinen bereits vorhandenen Editionen (z.B. Tony Cragg, Ulrich Erben, Heimo Zobernig, Maik+Dirk Löbbert und viele andere) neue Fotoarbeiten von VA Wölfl und Gudrun Kemsa vorstellen. Der Startschuss ist am Freitag, 30.11. um 18.00 Uhr. Die Fortsetzung ist am Samstag, 1.12. und Sonntag 2.12. 2007 - jeweils von 12.00 bis 18.00 Uhr Achten Sie auf die besondere Einladungskarte, die Sie in nächster Zeit erreicht.


2 Tage Antwerpen
Samstag 15. und Sonntag 16. Dezember 2007

Auch eine Woche vor Weihnachten ist die Metropole an der Schelde für Freunde der ganz aktuellen Kunst inzwischen ein absolut lohnendes Ziel. Neben den überhaus sehenswerten Sammlungen des Museums der Schönen Künste ( Spitzenwerke von Rubens, Jordaens und anderen) und dem Rubenshuis wartet das Muhka, das Museum für Gegenwartskunst auf uns. Dort sehen wir die Ausstellung Stage Fright, ( Kunst, die sich auf Theater und Bühne bezieht) „Lonely at the Top“ und “If I can't dance, I Don’t Want To Be Part Of Your Revolution” (über Feministische Positionen in der Gegenwartskunst). Jan Fabres Troubleyn/Laboratorium, eine Kombination aus öffentlich zugängigem Museum, (Werke von Marina Abramovic, Henk Visch, Matthew Barney, Thierry De Cordier, Braco Dimitrijevic und Fabre selbst u.a.) zugleich Werkstatt und Spielstätte ist erst vor kurzem eröffnet worden und deshalb noch ein Geheimtipp. Vielleicht gelingt es uns auch, dort den Künstler selbst zu treffen. Wenn die Zeit reicht, besuchen wir am Sonntag sowohl das inzwischen renommierte Fotomuseum, werfen einen Blick ins Ethnogradisch Museum und machen einen Abstecher (bei einigermaßen gutem Wetter) zum Skulpturenpark Middelheim, der eine ganz aktuelle, sehr sehenswerte Sammlung von Gegenwartskunst in freier Landschaft inszeniert. Last but not least sollte erwähnt werden, dass wir am Samstagabend gemeinsam im Restaurant „Het Pomphuis“ im Antwerpener Hafen richtig gut essen werden. Leistungen: Fahrt mit dem Bus, Übernachtung und Frühstücksbuffet im 4-Sterne Hotel Plaza, Charlottalei 49, Insolvenzabsicherung, Reiserücktrittskostenversicherung. Preis: 233,- € pro Person im Doppelzimmer, 50,- € Einzelzimmerzuschlag, jeweils inklusive 20,- € Vorauszahlung für Eintritt

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