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Gudrun Kemsa
Choreographien, 2006
C-Prints hinter Diasec

5. August bis 11. September 2007

Finissage am Dienstag, 11. September 2007, 19.30 Uhr
Vortrag, Videopräsentation, Gespräch von und mit Gudrun Kemsa (Siehe Programm)

Die den ganzen Raum bestimmenden Bilder der Düsseldorfer Foto- und Videokünstlerin widmen sich dem alten Thema Bewegung und Zeit auf vollkommen neue Weise. Es geht augenfällig um die Bewegungen von zufällig die oberste Stufe einer breiten Treppe passierenden Menschen. Es geht aber auch um die Wahrnehmung dieses Bildfrieses durch den Betrachter im Sinne eines dynamischen Prozesses und einer permanenten Abfolge von Sinneseindrücken. Im Grunde genommen sieht man so etwas in einer Großstadt ständig, also auch am Kopstadtplatz: Menschen bewegen sich mit jeweils unterschiedlichen Zielen; ihre Wegen kreuzen sich, doch kann man nicht wirklich von „Begegnungen“ sprechen, denn sie laufen aneinander vorbei. Die bereits in der Großstadterfahrung des 19. Jahrhunderts gründende Vorstellung des Flanierens, eines Unterwegsseins um seiner selbst willen, findet hier augenfällig eine Entsprechung. Doch Gudrun Kemsas fotografischer Eingriff macht aus dieser Alltäglichkeit ein zugleich subtiles, wie monumentales Panorama, das sich gerade hier an Ort und Stelle zu betrachten und zu überdenken lohnt. Die dunkelgraue Steinkante vor blassblauem Himmel, aus der Untersicht aufgenommen, bildet dabei eine konstante, allerdings keinen konkreten Ort bestimmende Grundinformation. Sie ist Folie, Kulisse und Bühne für die sich immer wieder neu ereignenden Choreographien, welche wie von selbst oder eben „en passant“ entstehen. So ergibt sich ohne Wissen der hier festgehaltenen Passanten ein szenisches Panorama scheinbar simultaner Bewegungsmuster. Es entsteht eine variable optische Struktur, deren Einzelelemente die Künstlerin mit Hilfe der Bildtechnik nebeneinander gestellt hat. Für den Fries als Ganzes gab es in der Wirklichkeit keine Entsprechung. Auch dass diese Aufnahmen in La Defense in Paris entstanden sind, ist zwar für ihr Zustandekommen, jedoch nicht für ihre Betrachtung relevant. Es handelt sich um eine nachträgliche Inszenierung aus mehreren Bildern, welche hier zu einem vom Schaufenster her einsehbaren monumentalen Bildfries angewachsen sind. En passant wird die Begegnung der zufälligen Flaneure am Kopstadtplatz mit denjenigen in den Bildern bis in die Abendstunden zu einer Begegnung mit sich selbst.

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