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SALLY LUNN
THE MACHINE
WOLFGANG HAINKE

30. Mai bis 31. Oktober 2021

Finissage: Samstag, 30. Oktober 2021, 17 Uhr,
in Anwesenheit des Künstlers

Wolfgang Hainke arbeitet als Grenzgänger zwischen den Genres der bildenden Kunst in den Bereichen Performance, Druckgraphik, Mail Art, Multiples – und als Künstlerkurator. Ein Teil seiner Werke entsteht in offenen Arbeitssituationen, z.B. zusammen mit befreundeten Künstlerinnen und Künstlern. Diese kommunikative und offene Vorgehensweise schlägt sich auch in der Verwendung unorthodoxer Materialien, aber auch in Sprache und Text nieder. Am Ende erweisen sich seine oft raumfüllenden Setzungen, bei denen mitunter der Zufall eine Rolle zu spielen vermag, als sehr präzise und wohlüberlegt. Hainke knüpft in seiner Haltung und gesamten Ideenlage an das an, was die Fluxusbewegung noch immer ausmacht. Aber auch an Allan Kaprows The Blurring of Art and Life. Ein Werk voller Bedeutungen, Anspielungen, philosophischem Tiefgang und Humor.

Der merkwürdige Titel der Ausstellung korrespondiert gleich nach mehreren Seiten. Hauptmotiv im Schaufenster ist ein über 300 Kilo schwerer Motorblock aus den 1960er Jahren, der aus einem Auto des Typs MG stammt. Sicher im Stahlträger der Decke verankert dreht sich diese etwa 140 PS starke Maschine wie ein Display sehr langsam doch exakt einmal pro Tag um sich selbst. THE MACHINE ist auch der Titel einer legendären 1968 im New Yorker MOMA gezeigten Ausstellung des couragierten Kurators Pontus Hultén. Ihr Untertitel AS SEEN AT THE END OF THE MECHANICAL AGE gibt zugleich die Denkrichtung an, in die Hainke sein Ausstellungsprojekt denkt und realisiert hat. Sowohl die historische Schau im MOMA, als auch der antike Motorblock stehen hier für eine differenzierte Beschäftigung mit dem mechanischen Zeitalter (das schließlich durch das elektronische und aktuelle digitale abgelöst werden sollte). Eine Vergrößerung des seinerzeit aus Weißblech gemachten Katalogcovers wurde derart unter dem Motor platziert, dass es besagte Korrespondenzen optisch untermauert und bestätigt.

Doch wer ist SALLY LUNN, deren Name ebenfalls prominent auf der Scheibe platziert wurde? Hainkes Anspielungshorizonte reichen bis nach Bath in England, wo er vor längerer Zeit auf eine historisch verbürgte, gleichwohl legendäre Konditorin und ihr köstliches Hefegebäck stieß. Eben Sally Lunn’s legendäre Buns wurden bei der Essener Vernissage gereicht, so dass die (in Sicherheitsabständen stehenden) Gäste eine Wechselwirkung zwischen dem Gebäck, den visuellen Eindrücken und den durch beide Komponenten stimulierten Gedanken spüren konnten. Alle Bestandteile der Ausstellung lassen immer wieder derartige Querverbindungen und Korrespondenzen zu. Die Inzidenzzahlen am Tag der Eröffnung ließen indessen bis zu sechs Personen im Raum gleichzeitig zu. Es lohnt sich also in jedem Fall, nicht nur das inspirierende Schaufenster von außen zu sehen, sondern auch den Raum zu durchwandern, die miteinander korrespondierenden Exponate nach und nach zu entschlüsseln, um eine ästhetische Erfahrung innerhalb dieser Ausstellung zu generieren, die mehr ist als die Summe ihrer Einzelteile.

Die Ausstellung SALLY LUNN—THE MACHINE—WOLFGANG HAINKE ist speziell für den Raum des Kunstvereins in einem längeren Prozess entstanden, an dem auch mehrere Seminarteilnehmerinnen der Uni Bremen beteiligt waren. Während der Laufzeit der Ausstellung kommt es immer wieder ( auch durch das Schaufenster sichtbar), durch Lecture-Performances bespielt und neu aktiviert wird. Ein Katalog ist in Planung.

Hier ein Video zur Ausstellung:

 

Mit freundlicher Unterstützung durch:
 

 

Ausstellungen

2021
  - NADJA VERENA MARCIN
  - THE MACHINE
  - SEE! PERFORMANCE
2020
  - FORT
  - Roland Schappert
  - Markus Huemer
  - Björn Behrens
2019
  - Carl Emanuel Wolff
  - Julian Röder
  - Thomas Rentmeister

  - Douglas Kolk
2018
  - Thomas Klegin
  - Michael Reisch
  - Aurora Reinhard
  - Manfred Holtfrerich
2017
  - Sibylle Springer
  - Reinhold Budde
  - Dieter Kiessling
  - Arme Sammler
2016
  - Fritz Balthaus
  - Tobias Venditti
  - Ein weiteres Beispiel...
  - Juergen Staack
2015
  - Almut Linde
  - Frantiček Klossner
  - Philipp Goldbach
2014
  - Helmut Schweizer
  - Susanne Weirich
  - Stefan Wissel
2013
  - Erich Reusch
  - Mariana Vassileva
  - Paul Schwer
  - Almut Linde
  - Peter Hochscheid
2012
  - François Morellet
  - Christian Haake
  - Stephan Baumkötter
  - Werner Ruhnau
2011
  - Gerda Schlembach
  - Susann Körner
  - Judi Werthein
  - Gary Hill
  - Klara Hobza
2010
  - Korpys / Löffler
  - Gaylen Gerber
  - Daniel Blaufuks
  - Maximilian Moll
2009
  - Christian Helwing
  - Sandra Peters
  - Jürgen Paas
2008
  - Liza Nguyen
  - Kyungwoo Chun
  - Achim Bertenburg
2007
  - VA Wölfl
  - Gudrun Kemsa
  - Richard Long

  - Werner Ruhnau
  - Markus Sixay
2006
  - D. von Windheim
  - Fotoarbeiten
  - Eva-Maria Schön
  - Alexandra Ranner
2005
  - Maik + Dirk Löbbert
  - Achim Bitter
  - Christian Boltanski
  - Ingo Günther
  - F. Hörnschemeyer
2004
  - Jean François Guiton
  - Rainer Splitt
  - Horst Müller
  - John Armleder
  - Arpad Dobriban
2003
  - Dan Flavin
  - Christian Stock
  - Heimo Zobernig
  - Lawrence Weiner
2002
  - Bogomir Ecker
2001
  - Katharina Grosse
  - Adrian Schoormans
2000
  - Karin Sander
  - Sery C.
  - Mischa Kuball
1999
  - Johannes Brus
  - N. Schwontkowski
1998
  - Terry Fox
  - Klaus G. Gaida
  - Ingold Airlines
  - Michael von Kaler
1997
  - Raimund Kummer
  - Hans-Peter Porzner
1996
  - Ulrich Erben
  - Rudolf Herz
  - Yuji Takeoka
1995
  - Norbert Prangenberg
1994
  - Gerhard Richter
1993
  - Timm Ulrichs
  - herman de vries
1992
  - Nikolaus Lang
  - Thomas Lehnerer
1991
  - Anna & Bernhard Blume
  - Tony Cragg
  - Jochen Gerz
  - Wolfgang Stiller
1990
  - Franziska Megert
  - Henk Visch
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