Alex Grein untersucht Zustände des Übergangs, der Speicherung und der Auflösung. Die Ausstellung gliedert sich in zwei miteinander korrespondierende Werkgruppen, die sich mit der Frage beschäftigen, wie Bilder zwischen Materialität, Erinnerung und Vergänglichkeit oszillieren. Im Zentrum des Raumes befindet sich auf einem Sockel das verflüssigte Fotoarchiv der Künstlerin. Fotografische Bilder werden ihrer ursprünglichen Form entzogen und in Museum Jars überführt – Gefäße, die traditionell der Bewahrung und Konservierung dienen. Diese verschlossenen transparenten Behälter konkretisieren anschaulich ein Bildarchiv besonderer, geradezu substantieller und essentieller Art. An den Wänden des Ausstellungsraums ist hingegen eine zweite Werkgruppe zu sehen, die sich mit der Materialisierung digitaler Bilder auseinander setzt. Alex Grein überführt hier flüchtige, digitale, nur als Datensätze vorliegende Bildzustände in beeindruckende großformatige Prints und hält dabei den Moment ihrer Auflösung fest. Zwischen Sichtbarkeit und Verschwinden, Speicherung und Verlust entsteht so ein Spannungsfeld, in dem ein Bild nicht als statisches Objekt, sondern als temporärer Zustand erfahrbar wird. In Suspension verbindet somit unterschiedliche Formen des Archivierens und Materialisierens. Die Arbeiten verhandeln das Bild als etwas, das sich fortwährend zwischen Erhaltung und Zerfall, Präsenz und Abwesenheit bewegt. Diese komplexen Zusammenhänge haben in der Tat etwas mit einer Gegenwartserfahrung zu tun, die in dieser Ausstellung nicht nur visuell, sondern durch ihre Verräumlichung und die Möglichkeit als Betrachtende im Raum umherzugehen, um alles von mehreren Seiten zu betrachten auch körperlich erfahrbar und (selbst-) reflektierbar wird.
www.alexgrein.de
Mit freundlicher Unterstützung durch:
Kulturamt der Stadt Essen
Karin und Uwe Hollweg Stiftung
Allbau Stiftung
ReproTerminal
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